Die nächste Stufe: Integralität

Kooptimus

Unser Bewusstsein – von uns als einzelne Menschen oder von Gruppen – entwickelt sich fortwährend weiter. Über die Geschichte der Menschheit hinweg haben sich unsere Formen der Zusammenarbeit und Organisation stetig verändert.

Beispielsweise brachte die Herausbildung Traditionellen Stufe vor ca. 4000 Jahren erstmals stabile Prozesse und formelle Hierarchien. Die Entstehung der Moderne im 15./16. Jh. brachte  später folgende Durchbrüche

  • Innovation – Möglichkeiten erkennen und zu Realität machen
  • Zuverlässigkeit – Übernommene Aufgaben werden erfüllt
  • Leistungsprinzip – bringst du dich ein, kannst du alles in der Organisation werden

Im 18 Jh. entwickelte sich die Postmoderne und pflegt zusätzliche Durchbrüche im Miteinander ein

  • Gemeinschaftliche Werteorientierung – auf Basis selbstgesetzter Fundamente handeln
  • Integration – Ob Kund*in, Mitarbeiter*in oder Lieferant*in: Alle werden einbezogen
  • Ermächtigung – Alle werden ermutigt, selbst anzupacken und zu entscheiden

Heute stehen wir bereits am Beginn eines ganz neuen Zeitalters: Die Integrale, Evolutionäre Stufe wird in ersten Organisationen erkennbar. Die Durchbrüche dieser Stufe sind

  • Selbstführung – Organische Strukturen und Entscheidungsprozesse sorgen für effektive und ganzheitliche Führung basierend auf dem Wissen und der Erfahrung aller
  • Ganzheit – Alle können sich mit allen Seiten, Talenten und Facetten zeigen und einbringen; so wie sie sind – und ihre Potenziale selbstbestimmt entfalten
  • Lebensdienlicher Sinn – Jede*r Einzelne sowie die Gesamtorganisation sind stets bestrebt, ihr Wirken bedeutungs- und sinnvoll auszurichten

Quelle & Buchempfehlung: Reinventing Organizations –
Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit
(Autor: Frederic Laloux)

Die Entscheidungen innerhalb integral operierender Organisationen lassen vielerlei Einflüsse aller ihrer Mitglieder zu – rational, emotional, spirituell, intuitiv, usw. Alle können sich zeigen und ihre Visionen und Bedenken in die Entscheidungsfindung einbringen bei gleichzeitiger Klarheit, wer oder welcher Prozess schließlich entscheidet. So werden enorm viele Facetten an Einflusskriterien berücksichtigt, die eine Organisation optimal an äußere und innere Bedingungen anpasst. Durch die innere Freiheit, durch selbstführende Strukturen zu innerer Stimmigkeit – Integralität – zu gelangen, entstehen lernende Organisationen, die ein hohes Spektrum aller Art Informationen aufnehmen und filtern können („Was ist jetzt wichtig?“), um daraufhin über kurze, organisch gewachsene Entscheidungswege dort Veränderung zu schaffen, wo Veränderung gebraucht wird – getragen von Menschen, die sich als Gestalter*innen erleben.

Jede der Evolutionsstufen menschlicher Organisation kann besser mit Komplexität umgehen als ihre Vorstufen. Dennoch ist keine dieser Stufen besser oder schlechter als eine andere, da jede zu spezifischen Umständen passt. Sollte eine Organisation bzw. eine Gruppe von Menschen allerdings feststellen, dass allein die Art und Weise ihrer Zusammenarbeit mehr und mehr Schwierigkeiten herbeiführt, dann kann es notwendig werden, in ein neues Paradigma einzutreten.

Lust auf mehr Integralität?