Selbstführung

Gruppen, Teams und die gesamte Organisation führen sich selbst. Es gibt zwar Führung, aber keine, die vorgesetzt wird – keine Vorgesetzten. Die einzelnen Organisationsteile legen dabei in regelmäßigen Abständen selbstständig fest, wie sie zusammenarbeiten wollen. Jedes Mitglied fungiert dabei wie ein Sensor, der die innere und äußere Lebensumwelt des Organisationsteils wahrnimmt und in Besprechungen einbringt, mit dem Vertrauen, dass diese Wahrnehmung gehört, wertgeschätzt und – im Zusammenspiel mit anderen Mitgliedern – integriert wird. So entstehen Rollen, Projekte und Arbeitsbereiche, in denen jene, die sie ausfüllen, führen können.

Selbstführende Organisationen finden über zielgerichtete Moderation bzw. klar struktierierte Besprechungsprozesse zu systemischem Konsens: Niemand hat schwerwiegende Einwände gegen einen Entscheidungsvorschlag. Auf diese Weise entwickeln selbstführende Organisationen bei Sinnausrichtung, Personalmanagement, Gehaltsfestsetzung, Rollenaufteilung, Strategieentwicklung und Wertebild gemeinsame Lösungen, die der Vielfalt und dem Wesen ihrer Mitglieder entsprechen und sie gleichzeitig dazu einladen, kontinuierlich ihren eigenen Platz in der Organisation zu finden und auszufüllen.

Die Soziokratie und Holokratie sind bekannte Regelwerke der Selbstführung. Die Strukturen und Prozesse dieser „Betriebssysteme“ selbstführender Organisationen geben Halt beim Wechsel in die Integrale, Evolutionäre Stufe menschlicher Zusammenarbeit.  Allerdings ist unsere Annahme: Kein Regelwerk kann zwischenmenschliche Zusammenarbeit bis ins Detail beschreiben. Selbstführung braucht viele Fertigkeiten innerhalb einer Organisation und sieht für jede Unternehmung anders aus. Wir nehmen auch an: Um die Komplexität heutiger Herausforderungen beim Wandel der Welt und in der Wirtschaft zu meistern, ist Selbstführung das derzeit vielversprechendste Managementkonzept.

Organisationen in Selbstführung zu begleiten
ist eine unserer Aufgaben.